Von Cornelia Rother, Dezember 2011

"Ich tanzte über Flammen,
Da wurde ich Feuer.
Ich tanzte über Schlündern,
Da wurde ich Sturm."

Armen Ohanian


Armen Ohanian (bürgerlicher Name: Armenuhi Ter-Ohanean) wurde 1887 in Shamakha (Shamakhi) im heutigen Aserbaidschan geboren. Ihre christliche, armenische Familie gehörte zur gut situierten Oberschicht. Eine Erdbeben zwang die Familie zum Umzug nach Baku. Hier besuchte Armen die russischen Schule, die sie 1905 abschloss. Im selben Jahr erlebte sie die anti-armenischen Pogrome, und den Tod ihres Vaters Emanuel. Die Familie verarmt und Armen wird mit dem reichen armenisch-iranischen Arzt Haik Ohanian verheiratet. Die Ehe scheiterte innerhalb eines Jahres.

Sie fand als Christin zuflucht in einem Harem und lernte dort den orientalischen Tanz. Armens Karriere begann 1907 im "Armenischen Dramatischen Theater" in Baku. Später ging sie nach Moskau und studierte bildende Kunst an der Nelidova Universität. Im Moskauer Maly Theater trat sie als Tänzerin auf. Nach einem kurzen Aufenthalt an der Oper in Tiflis 1909, ging Armen Ohanian in den Iran. Hier arbeitete sie als Tänzerin und Schauspielerin und gründete die "Union der iranischen Theater-Liebhaber" in Teheran.

Im April 1910 organisierte sie eine musikalische und literarische Gala in Zusammenarbeit mit der "Iranian Women Benevolent Association". Zum ersten Mal konnten iranische Frauen Spielfilme ansehen und selbst auf der Bühne schauspielen. Im Mai 1910 inszenierte Armen Ohanian das Stück "Der Revisor" von Nikolai Gogol in persischer Sprache. Sie selbst spielte die Rolle der Maria Antonowna. Während sie im Iran lebte vervollkommte sie ihren Tanzstil.

Nachdem sie den Iran für Tourneen in Ägypten und dem Osmanischen Reich verlassen hatte, wurde sie für Auftritte in London engagiert. Bis in die frühen 1930er Jahre war sie eine gefeierte "exotischen" Tänzerin in Europa. Sie präsentierte ihre eigenen Choreographien in denen sie den armenischen Tanz um Einflüsse des "freien Tanzes" der amerikanischen Szene, z.B. Isadora Duncan, Ruth St. Denise ergänzte. Viele ihrer Tänze, u.a. "Salome", "Auf dem Tempel von Anahit", "Treason", "The Matchmaker", "Haschich" oder "The Great Khan von Shamakha", faszinierten ihr Publikum. Sie trat in London, Paris, Brüssel, Mailand, Sofia, Madrid und anderen europäischen Städten auf, sowie in den Vereinigten Staaten und Mexiko.

1912 ließ sie sich in Paris nieder und begann zu schreiben. Gedichte und autobiographische Skizzen wurden im Pariser Feuilleton veröffentlicht. 1918 veröffentlichte Armen Ohanian ihr Autobiographie "Die Tänzerin von Shamakha" mit einem Vorwort von Anatole France. (1) Das Buch wurde in Englisch, Spanisch, Deutsch, Schwedisch und Finnisch übersetzt.

Armen hatte diverse Affairen, darunter mit dem Maler Emile Bernard, dem Schriftsteller und Politiker Maurice Barres, dem Schriftsteller Andre Germain, und mit der amerikanischen Schriftstellerin Nathalie Barney. 1921 heiratete sie schließlich den mexikanische Ökonom und Diplomat Makedonio Garza. 1934 ließ sich das Paar nach Paris, Moskau und Madrid, schließlich in Mexiko-City nieder.

Nachdem ihre tänzeriesche Karriere beendet war widmete sie sich ihren kulturellen und politischen Interessen. Bereits seit den Mitte der 1920er sympatisierte sie mit dem Kommunismus und wurde nun ein aktives Mitglied in der mexikanischen Kommunistischen Partei. In Zusammenarbeit mit ihrem Mann, übersetzte sie Bücher aus dem Russischen ins Spanische. Außerdem arbeitete sie weiter als Autorin. 1936 gründete sie eine Tanzschule in Mexiko-City.

1948 feierte sie in der mexikanischen Tanz-Szene mit 61 Jahren ein Comeback. 1949 und 1953 tratt sie erneut in Paris auf. Trotz ihres Alters begeisterte sie ihr Publkikum.

1976 ist Armen Ohanian in Mexico gestorben.


Quelle:
http://en.wikipedia.org/wiki/Armen_Ohanian
http://www.globalarmenianheritage-adic.fr/fr/5culture/musique/8_groung3_1916avril.htm
(1) Französischer Schriftsteller und Literatur-Nobelpreisträger 1921

Autobiographie Teil 1: Ich, Tänzerin von Shamakha (La danseuse de Shamakha, Grasset, Paris, 1918.)
Autobiographie Teil 2: In den Klauen der Zivilisation (Dans les Griffes de la Zivilisation, Grasset, Paris, 1921.)

Dans la sixième partie du monde (voyage de Russie), Grasset, Paris, 1928.
Le SOLISTE de Sa Majesté, B. Grasset, Paris, 1929.
Les rires d'une CHARMEUSE de Schlangen, Les Revues, Paris, 1931.
Leon Tolstoi (1828-1910). Su vida, su Época, su obra, Cimientos Editorial, Madrid, 1934.
La Ruta de Máximo Gorki es la nuestra, Editorial Cimientos, Mexiko, 1935.
Un Análisis marxista de la Literatura española, Ediciones de la Liga de Escritores y Artistas Revolucionarios, Mexiko, 1937.
Las guerras campesinas de Rusia y Tolstoi, Editorial Cimientos, Mexiko, 1939.
Clásicos Mexicanos. Ruiz de Alarcón. Juana de Asbaje. Lizardi, Editorial Cimientos, Mexiko, 1939.
El Sentido clasista del romanticismo y Alejandro Puschkin, Editorial Popular, México, 1938.
Armenien feliz, Editorial Cimientos, Mexiko, 1946.
Literatura española mittelalterlichen clásicos y Mexicanos, Editorial Cimientos, Mexiko, 1956.
México de la cultura, Editorial Cimientos, Mexiko, 1967.
Recuerdos del Cáucaso Pre-revolucionario y de mis andanzas por el mundo, Primer-tomo, México, Editorial Cimientos, 1969.